Chai Tee: Bedeutung, Ursprung und Zubereitung

Fast jeden Tag fragen uns im Teegeschäft Kunden nach Chai. Sie haben da einen so tollen Tee getrunken (bei Freunden, im Café, im Zug, …) und genau diesen möchten sie jetzt unbedingt auch zu Hause haben. Hier fängt das Problem natürlich an, denn Chai ist nicht gleich Chai. Wir erklären Ihnen in diesem Blogpost, welche Sorten von Chai-Tee es gibt, wo Chai Tee ursprünglich erfunden wurde, wie man ihn am besten zubereitet und welche leckeren Rezepte sich damit Kochen oder Backen lassen.

Was bedeutet Chai?

Der Begriff Cha kommt eigentlich aus dem Nord-Chinesischen und bedeutet nichts anderes als Tee. Der Name verbreitete sich auf dem Weg der Seidenstraße, die früher eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt war. Über diesen Weg verbreiteten sich Seide, Gewürze und eben Tee in alle Welt. Auf dieser Route über Türkei, Russland und Co wurde aus dem ursprünglichen Begriff Cha das Chai oder Cay. Da dieser Begriff, rein rechtlich, nicht zu schützen ist, also nicht als Marke eingetragen werden kann, nennt alle Welt jetzt Teegetränke mit Gewürzen Chai.

Der Ursprung des Chai-Tee

Rotbuschtee Chai Roibos ChaiVermutlich kommt die Idee der typischen Gewürz-Mischung des Chai (Ingwer, Nelken, Kardamom, schwarzer Pfeffer, Zimt) aus der ayurvedischen Gesundheitslehre. Spätestens aber seit im 19. Jahrhundert im indischen Assam eine heimische Teepflanze entdeckt wurde, kam auch der schwarze Tee zu den Hauptzutaten dazu. Jetzt konnte Tee auch in den britischen Kronkolonien angebaut werden und wurde auch für Inder einigermaßen erschwinglich. Dies war die Geburt des indischen Chai. Wer schon einmal in Indien war wird festgestellt haben, dass man an jeder Ecke Chai oder Masala Chai trinken kann. Allerdings hat jeder Händler sein geheimes Rezept und deshalb schmeckt der Chai in Indien auch überall anders, aber immer köstlich würzig und leicht anregend.

Chai-Tee „ersetzte als Getränk ganze Mahlzeiten und entwickelte sich zum Pausentee der Arbeiterklasse. Was nicht allen gefiel. Kämpfer für die Unabhängigkeit, allen voran Mahatma Gandhi, verteufelten Chai zunächst als Symbol der Unterdrückung. Trotz der Mahnungen verbreitete sich der Tee in Indien. In besseren Gesellschaften tranken die Einheimischen ihn ungesüßt, Arbeiter fügten weiter Milch und Zucker hinzu, irgendwann auch ein paar Gewürze, um den Tee zu verfeinern.“

Zutaten für Chai Tee und die Auswirkungen von Chai auf die Gesundheit

Chai Tee: Verschiedene SortenDie Frage ob und wie Chai-Tee verträglich ist taucht immer wieder auf, genauso wie die Frage nach der Verträglichkeit von Chai für Kinder. Ganz generell enthält Chai folgende Zutaten:

  • Kardamom: Der süßliche Scharfmacher wirkt verdauungsfördernd, beruhigt den Magen, löst Krämpfe und wirkt Mundgeruch entgegen.
  • Ingwer: Die scharf würzige Wurzel wirkt antibakteriell, schützt vor Erbrechen, fördert die Durchblutung und steigert die Produktion der Gallensäfte.
  • Fenchel: Die im Fenchel enthaltenen ätherischen Öle helfen bei Verdauungsstörungen, Völlegefühl und Blähungen.
  • Anis: Tee aus Anissamen hat eine appetit- und verdauungsanregende Wirkung und wirkt schleimlösend bei Husten
  • Zimt: Das Gewürz hilft gegen Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blähungen. Außerdem wird der getrockneten Rinde eine krampflösende Wirkung zugeschrieben.

Die Chai-Variante ohne Schwarztee ist unserer Meinung nach, für Kinder ohne Probleme verträglich. Unsere eigenen Kinder haben aber auch früh schon Schwarztee und Grüntee getrunken und dies gut vertragen. Eltern wissen ja selbst am besten, ob oder wieviel sie ihren Kindern zutrauen oder geben möchten.

Chai-Varianten

Am bekanntesten sind die Varianten des Chai aus Indien. Schwarzer Tee, die bekannten Gewürze und natürlich Milch und Zucker. Äußerst üblich ist aber auch die Yogi-Tee-Variante. Hier werden die Gewürze erst mal fünfzehn bis dreißig Minuten gekocht und dann abgeseiht. Danach gibt man noch Milch dazu (sonst wäre das natürlich viel zu scharf) und nach Geschmack Zucker oder Honig (heutzutage gern auch Stevia oder andere Zuckerersatzstoffe).

Allerdings gibt es unendlich viele Möglichkeiten diese Chai-Tees schon gemischt zu kaufen. Wir selber führen eine Schwarztee-Variante und eine Rooibos-Chai-Variante, dazu noch eine Instant-Chai-Variante die nach dem sehr beliebten Chai-Latte schmeckt. Außerdem gibt es mittlerweile auch schon diverse Chai Sirupe, um den eigenen Tee zu verfeinern. Da sind der eigenen Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wer gerne wenige Kalorien im Chai haben möchte, lässt einfach Zucker und Honig weg. Dafür braucht man aber schon etwas Lust auf Schärfe, denn Ingwer und schwarzer Pfeffer machen sich dann deutlich bemerkbar. Dann einfach Chai Tee mit Milch, aufgeschäumt oder auch nicht, verfeinern und man trinkt ihn wie viele Inder das auch machen ohne Reue und Zucker.

Quelle: www.teepod.de
Beitrag: Alexander Poetsch