Pu-Erh

Pu-Erh-Tee ist eine der ältesten Teesorten überhaupt. In dem gleichnamigen Bezirk Pu Erh wird er im Hochland auf etwa 1500 bis 2000 Metern im Südwesten Chinas in der Provinz Yunnan (Provinz des ewigen Frühlings) seit mehr als 1700 Jahren getrunken. Der Pu-Erh wird aus den Teeblättern des Qingmao, einer speziellen Unterart der Teepflanze (camilla sinesis) hergestellt. Diese spezielle Gattung ist eigentlich mehr Baum als Pflanze, denn sie kann bis zu 30 Meter hoch und bis zu 800 Jahre alt werden.

Das Besondere an diesem Tee ist aber vor allem der spezielle Reifeprozess, den er durchläuft. So mancher Pu-Erh reift über 70 Jahre! Und genau wie beim Rotwein gilt auch hier: Je älter, desto kostbarer. Dabei entfalten sich viele intensive Aromen: vollmundig, erdig, feinsäuerlich, süßlich. Angeblich wurde der Pu-Erh zeitweise während der Han Dynastie (ca. 200 n. Chr.) sogar mit Gold aufgewogen! Kein Wunder also, dass er zu dieser Zeit hauptsächlich den Adelsfamilien vorenthalten war. Viele Mythen ranken sich um den Pu-Erh – damals wie heute. Das macht ihn zu einem besonders spannenden Tee, bei dem es sich lohnt genauer hinzuschauen.

Pu-Erh – Grüntee, Schwarztee oder roter Tee?

Wegen seiner komplexen Herstellung lässt sich die Frage, zu welcher Teesorte der Pu-Erh eigentlich zählt, nicht so leicht beantworten. Ursprünglich gehörte er zu den Grünen Tees. Durch die Fermentation und den Reifeprozess, der durch Trocknung und Lagerung einsetzt, wird er dunkler – also zu einer Art Schwarztee. In China benennt man den Tee im Gegensatz zum Westen aber nicht nach der Farbe der Blätter, sondern nach der des Aufgusses. Deshalb ist der Pu Erh auch unter dem Namen Roter Tee bekannt.

Wie-Pu-Erh-Tee zubereitet wird

Von dem in Form gepressten Pu-Erh-Tee wird mit Hilfe eines speziellen Teemessers die gewünschte Menge abgeschnitten. Der Tee selbst wird mit 95 Grad Celsius heißem Wasser aufgegossen, der erste Aufguss sollte eine halbe Minute ziehen. Auch im Rahmen der chinesischen Teezeremonie wird der Pu-Erh-Tee seit Jahrtausenden rituell zubereitet, wobei bis zu vier Aufgüsse mit demselben Tee durchgeführt werden. Oftmals wird der erste Aufguss aber weggeschüttet – der Tee wird “gewaschen”.

Faszination Pu Erh Tee

Anstatt als Wundermittel sollte man den Pu-Erh lieber als Genussmittel, wie einen besonderen Rotwein betrachten. Jeder Tee-Experte sollte ihn einmal probiert haben. Übermäßiger Konsum kann sich wie mit allem anderen auch negativ auf die Gesundheit auswirken. In Anbetracht seiner aufwendigen Herstellung, seiner Bedeutung für die chinesische Teekultur und seines Alters ist der Pu-Erh-Tee eine der spannendsten Teesorten überhaupt. Ihn als Fettkiller und Wundermittel gegen Übergewicht zu umwerben, wird diesem besonderen, traditionsreichen Tee aber nicht gerecht. Das hat auch mit einem gewissen Respekt gegenüber dem Tee selbst zu tun.